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Anwendungszweck
Korrigieren von motorisch kompensierten WF-Anteilen
und / oder FD I.
Richtlinien zur Testerläuterung und -anwendung
Dem zuletzt refraktionierten Auge das Kreuz ohne Analysator
monokular darbieten, die Zudeckscheibe also noch in
der Messbrille belassen.
Dann die Analysatoren vorschalten.
Fragebeispiel:
„Was bleibt von dem Kreuz übrig?“
Die Wortwahl bei der Antwort ist hilfreich
für die weitere
Fragetechnik. (Beispiele: waagerecht, horizontal, liegend –
Strich, Balken, Linie, Minuszeichen). Die vom Klienten
gewählte Bezeichnung soll weiterverwendet werden.
Nun die Zudeckscheibe entfernen.
Sollte das Testfeld mit vorgeschalteten Analysatoren
doppelt
gesehen werden, wird nur dann weitergeprüft, wenn
keine sensorische Anomalie vorliegt.
Beim Übergang vom monokularen zum binokularen
Sehen
sowie bei der Anwendung des Kreuztests soll kein zentraler
Fusionsreiz wirken. Den Klienten daher (nötigenfalls
wiederholt) auffordern:
„Bitte schauen Sie immer nur auf das Kreuz.“
Beim Kreuztest besonders viel Zeit lassen,
damit sich ein
eventuell bereits seit Jahren bestehender Fusionstonus
möglichst weitgehend lösen kann.
Jetzt nach den drei einheitlichen Fragekriterien
vorgehen.
Bei Refraktionsgleichgewicht herrscht meist
auch Schwärz-
ungsgleichheit, oft sogar bei einseitigen Amblyopien.
Trotz Refraktionsgleichgewicht kann jedoch
bei Fixations-
disparation Schwärzungs-Ungleichheit vorliegen,
verursacht durch Hemmungen oder abweichende
Refraktion am disparaten Bildort. Zudecken des schwärzer
sehenden Auges allein lässt nicht mit Sicherheit auf
Fixationsdisparation als Ursache schließen, weil die
Schwärzungs-Ungleichheit auch durch
Refraktionsungleichgewicht verursacht sein kann.
Bei Schwärzungs-Ungleichheit an dieser Stelle
niemals
sphärische Werte ändern. Veränderungen der refraktiven
Werte an binokularen Testen sind grundsätzlich nicht
sinnvoll!
Größe des ersten Korrektionsschrittes
entsprechend den Radien des ursprünglichen zentralen
Panumbereiches: horizontal 1,0 cm/m,
vertikal 0,5 cm/m.
Die Auswirkung eines jeden Korrektionsschrittes,
also die
Veränderung der Wahrnehmung, bestimmt das nächste
prismatische Messglas.
Im Zweifelsfall sind kleinere Korrektionsschritte
stets
sicherer, da keine Überkorrektion stattfinden darf.
Bei gleichzeitiger, ungefähr gleich großer
Auswanderung in
der Horizontalen und in der Vertikalen ist es unerheblich,
welche Richtung zuerst korrigiert wird.
Bei eindeutig unterschiedlicher Auswanderung
soll die
größere der beiden zuerst korrigiert werden. Falls sich
dabei gleichzeitig auch die Auswanderung in der anderen
Richtung verkleinert, nach ungefährer Angleichung beider
Anteile in kleinen Schritten abwechselnd die Auswanderung
in beiden Richtungen reduzieren.
Werden beide Richtungen gleichzeitig korrigiert,
sind keine
schrägen Basislagen der Messprismen zu benutzen.
Der Kreuztest ist bei Bedarf in beiden Darbietungsarten
anzuwenden.
Begründung: Möglichkeit zum Erkennen von Hemmungen.
Beispielsweise ist die vertikale Ausdehnung von Hemmungen
nur erkennbar, wenn dem betroffenen Auge der senkrechte
Kreuzbalken dargeboten wird.
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